Große Synagoge

Die Große Synagoge in Pilsen ist die drittgrößte ihrer Art in Europa und die fünftgrößte der Welt. Es handelt sich somit um die größte Synagoge in Tschechien, in der bis zu 2500 Personen Platz finden sollten. Das Bauwerk im maurisch-romanischen Stil ist mit orientalischen Elementen verziert und wurde 1893 fertiggestellt.

www.zoplzen.cz

Öffnungszeiten

Besichtigungen:
Wegen Renovierungsarbeiten ist die Synagoge seit dem 30. 9. 2019 für die Öffentlichkeit geschlossen. Die Renovierung soll in der ersten Hälfte des Jahres 2022 abgeschlossen sein.

Admission fee

Erwachsene: 80 CZK
Kinder bis 10 Jahre frei
Kinder: 10‒15 Jahre 50 CZK

Familien: 130 CZK

Gruppen (ab 15 Personen):
70 CZK/Person

Haltestelle ÖNV

Sady Pětatřicátníků
1 2 4 20 41

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sady Pětatřicátníků 11
301 00 Pilsen

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Der Bau der Synagoge

Das überwältigende Bauwerk begleitet von Beginn an ein bewegtes Schicksal. Ursprünglich sollte die Synagoge nach den Plänen des Wiener Architekten Fleischer im nördlichen neugotischen Stil gebaut werden. Von dessen Entwurf wurde jedoch abgelassen. Dafür gibt es zwei Erklärungen. Man sagt, dass es der damaligen Stadtführung nicht gefiel, dass das neue jüdische Gotteshaus die Pilsener Kathedrale überragen sollte. Die Türme wurden um 20 m verkleinert und der Entwurf so überarbeitet, dass auf den ersten Blick klar war, dass es sich nicht im eine christliche Kirche handelte. Die zweite Erklärung ist sehr viel nüchterner, für die Umsetzung der Pläne des Wiener Architekten hatte man schlicht nicht genug Geld.

Die Große Synagoge heute        

Die Pilsener Synagoge ist Zeuge einer lebendigen jüdischen Gemeinde in Pilsen, die durch die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges nahezu ausgelöscht wurde. Außer religiösen Zwecken dient die Große Synagoge heute dank ihrer außergewöhnlichen Akustik und einmaligen Atmosphäre als Konzert- und Ausstellungsaal. Zur Zeit werden der Innenraum der Synagoge und das angrenzende Rabbinerhaus renoviert. Im Untergeschoss soll das rituelle jüdische Tauchbad – die Mikwe- erneuert werden, dem auch eine gesonderte Ausstellung gewidmet sein wird.

Wie die Große Synagoge den Zweiten Weltkrieg überstand

Genau wie in allen anderen von den Nationalsozialisten besetzten Ländern hatte der Zweite Weltkrieg auch für die jüdische Gemeinde in Pilsen grausame Folgen. Ein Großteil der Juden wurde nach Theresienstadt und in andere Konzentrationslager deportiert. Während des Zweiten Weltkrieges diente die Große Synagoge nicht ihrem religiösen Zweck, sonder als Lager für konfiszierten jüdischen Besitz und später wurden hier in einer Art Nähwerkstatt Uniformen der deutschen Soldaten ausgebessert. Die Türme dienten den deutschen Besatzern als strategische Punkte, was die Große Synagoge vor der Zerstörung rettete.


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